BERLIN-PATROL 2017 review

Die diesjährige BERLIN-PATROL stand unter dem Motto „Tear Down This Wall“. Dieser Auspruch war ein Teil der berühmten Rede von President Ronald Reagan 1987 am Brandenburger Tor und markierte den Beginn eines Prozesses, der Schranken in Europa abgebaut hat. Das Programm beinhaltete daher auch den Schwerpunkt, mehr über die Sowjetische / Russische Sichtweise auf die Geschichte zu vermitteln und Details nachzuverfolgen, die für Berliner in der Konfrontation Ost-West von Bedeutung waren.

Donnerstag: Anreisetag und Camperrichtung auf dem Gelände des Militärhistorisches Museum Flugplatz Berlin Gatow (MHM). Das Wetter verspricht anfänglich nichts Gutes, doch Regen und Windböen gehen schnell vorüber. Das Camp steht bald und die ersten Teilnehmer bereiten gemeinsam ein Abendessen vor. Es werden Süßigkeiten gekauft, CARE Pächchen gepackt für die nächsten Tage und das Briefing ausgegeben. Die Anreise war für einige Teilnehmer weiter als 6 Stunden.

Freitag: Die ersten Alliierten Fahrzeuge finden sich im Stadtbild Spandau auf Einzelexkursionen. Am Nachmittag geht auf in die vormalige Exklave Steinstücken, die erst in den 70er Jahren eine Straßenverbindung nach West-Berlin bekam. Die beigefügten SW-Fotos entstammen dem privaten Familienablum des Fotografen Kurt Behrendt (+). Sie wurden freundlicherweise durch seine Tochter zur Verfügung gestellt und zeigen erste Präsenz amerikanischer MP. Die damalige Außenstelle und MP Posten sind heute ein privates Wohnhaus. Der Helikopter Landeplatz, über den die Versorgung lief, ist heute durch ein Denkmal markiert. Steinstücken ist längst ingetriert und eine Verbindung nach Potsdam. Die Führung durch den in Steinstücken aufgewachsenen Kurt Knecht war interessant und detailreich.

Samstag: Während sich das Museum auf den ersten Tag des Flugplatzfestes einstellt, machen sich die teilnehmenden Fahrzeuge  um 8:00h in Begleitung eines Teams vom SWR auf den Weg zum Sowjetischen Ehrenmal in Treptow. Dieses wurde 1946 als Friedhof und Mahnmal für 7000 gefallene sowjetische Soldaten errichtet und ist einer der 3 Friedhöfe in Berlin, auf denen über 25.000 Gefallene der Schlacht um Berlin ruhen. Eine kompentente Führung durch einen Mitarbeiter des Russisches Museum Karlshorst offenbarte Hintergründe und aktuelle Fakten. Im Anschluss führte die Route in das ehemalige Sowjetische Oberkommando, das heutige Russische Museum Karlshorst. Auch hier offenbarte die Führung den meisten Teilnehmern bis dahin unbekannte, teils niederschmetternde Details.

Von Karlshorst ging es durch dichten Verkehr 12 km zum Checkpoint Charlie. Die Autos waren dort sofort umringt von Schaulustigen und Touristen aller Herren Länder. Schnell entspannen sich Gespräche um Berliner Geschichte, die vom SWR Team teilweise mitgefilmt wurden. Die vorbereiteten CARE Päckchen wurden verteilt und erklärt. Nach etwa einer guten Stunde ging es weiter über die Straße des 17. Juni vorbei am Mahnmal im Tiergarten zum Olympiastadion, wo das Museum des Vereins West Alliierte in Berlin e.V. den letzten Programmpunkt bot. Die anschließende Fahrt zur General Steinhoff Kaserne, die das MHM Flugplatz Berlin Gatow umfasst, glich einem Ritt in den Sonnenuntergang. Der Abend klang aus bei Gesprächen über die Eindrücke des Tages und dem Blick auf ein famoses Feuerwerk der Pyronale.

Sonntag: Der Tag ist geplant als Stand- und Displaytag auf dem Flugplatzfest. 20.000 Besucher werden erwartet und ab 10:00h strömen Besucher und Interessierte in Scharen in das Museum, das an diesem Tag wieder aktiven Flugbetrieb hat. Viele Gespräche, viele Fragen, viele Kinder und Jugendliche, die etwas über Geschichte lernen.

Ein besonderer Dank gilt dem Team des Militärhistorischen Museums für die Unterstützung. In diesem Jahr ist die 6. BERLIN-PATROL wieder erfolgreich zu Ende gegangen. Wir möchten Lesern den Besuch im Russischen Museum und Teilnahme an einer Führung empfehlen und freuen uns aufs nächste Event.